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Kreativ und Partizipativ zu einem neuen Wir-Gefühl!

Ein neues Schüler:innenparlament? 50€ für eine Spielebox in jeder Klasse? Mehr Ausflüge und gemeinsame Frühstücke? Workshops zu Mehrsprachigkeit in der Schule sowie zu Rassismus, Extremismus und Identität? Eine Liste mit günstigen bzw. kostenlosen Workshop-und Ausflugsangeboten für die Schule?

All das sind reale Veränderungen und Schritte, die Schüler:innen, Lehrer:innen und Direktion an der WMSi Kölblgasse sowie Jugendarbeiter:innen von außen gemeinsam gesetzt haben, um zu einer besseren Schulgemeinschaft zu kommen.

Doch wie kam es dazu? TdU Wien blickt auf eine langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Schule zurück und durfte dieses Jahr einen „legislativen Theaterprozess“ an der Schule realisieren, der all die Veränderungen möglich machte. Es war ein Pilotprojekt, das erstmals diese Methode partizipativer Demokratie für Schulen in Österreich angewendet hat.

Zu Beginn des Schuljahres wurden mit dem so genannten Demokratieteam (ausgewählte Lehrkräfte, Direktorin sowie Schul- und Klassensprecher:innen) Ziele des kreativen und partizipativen Prozesses gemeinsam erarbeitet. Unsere Trainer:innen haben Eltern und alle Klassen getroffen und sie gefragt, was eigentlich die größten Probleme in der Schule sind.

Im Jänner gab es Theaterworkshops in jeder Klasse und mit Lehrkräften, um über Demokratie zu reflektieren und ein Bewusstsein für Entscheidungsprozesse zu entwickeln. Über 40 Schüler:innen haben sich daraufhin für unsere Theaterwerkstatt gemeldet, und 16 von ihnen haben wir ausgewählt um innerhalb von nur einer Schulwoche ein Legislatives Theaterstück zu entwickeln, das alle Barrieren und Hindernisse auf dem Weg zu einer funktionierenden Schulgemeinschaft und einem neuen „Wir“-Gefühl zeigt. Denn das ist das Thema, das alle Probleme, die wir gemeinsam gesammelt haben, umspannt…

In dem Stück „One Day in MS Kölblgasse“ kamen eine ganze Reihe von Themen vor: Vom frühen Schulbeginn über zu viel Handyzeit, Mobbing und Gewalt in der Schule, ungerechte Sanktionen, Rassismus im Klassenzimmer, Mehrsprachigkeit in den Klassen, die eher als Hindernis als als Chance gesehen wird, bis hin zu Stress zu Hause und einer überarbeiteten und gestressten, aber empathischen Direktion.

Wir zeigten unser Stück zunächst bei drei Aufführungen, die jede Klasse und jede:n Schüler:in in der Schule sowie zahlreiche Lehrer:innen und einige Eltern erreichten, und haben dann Ideen für eine bessere Schulgemeinschaft auf der Bühne gespielt. Basierend auf diesen Ideen haben wir alle gemeinsam Vorschläge für eine bessere Schulgemeinschaft erarbeitet und auf Zettel geschrieben. Wir haben die Vorschläge gesammelt und sortiert und ein Umsetzungsteam aus Direktion, Lehrer:innen und Schul-/Klassensprecher:innen hat sie zusammengefasst und dann gemeinsam verbessert. Am Schluss durften alle Anwesenden abstimmen, welcher Vorschlag für sie am dringendsten und wichtigsten ist und das Umsetzungsteam hat konkrete Versprechen gemacht, was sie jeweils für die gemeinsam erarbeiteten Vorschläge tun würden. Hier könnt ihr auf Instagram den Aufführungsprozess in bewegten Bildern nachverfolgen!

„Das Besondere am Legislativen Theater ist es, dass die dort gemachten Erfahrungen es vermögen, stille Überzeugungen zu entkräften, wie zum Beispiel, dass die eigenen Probleme sowieso niemanden interessieren, dass man sowieso nichts erreichen oder verändern kann, dass man nirgendwo dazugehört.“, sagt das Team Demokratieschule vom Verein Wiener Jugendzentren, der das Projekt Demokratieschule Wien bei uns beauftragt hat und auch mit vielen anderen Schulen zum Thema Beteiligung und Demokratisierung der Schulkultur arbeitet.

Acht Wochen nach den Vorstellungen hat unser Trainer:innenteam vom TdU Wien das Umsetzungsteam gefragt, was sie konkret schon umgesetzt haben und sie bei der weiteren Umsetzung begleitet.

Den Policy Report mit allen erarbeiteten Vorschlägen und Commitments sowie den erreichten Fortschritten für die Schulgemeinschaft ergänzen wir hier zeitnah!

„Das legislative Theater macht Demokratie lebendig, greifbar und relevant für die Lebenswelt junger Menschen. Es zeigt ihnen, dass Demokratie kein abstraktes Konzept ist, sondern von Beteiligung, Dialog und Engagement lebt.“, sagt auch Michaela Rieger, die als Direktorin der WMSi Kölblgasse den Prozess begleitet und mitgestaltet hat.

Das ist gelebte Demokratie an der Schule mit Theater als Methode!

Das Projekt wurde durchgeführt im Rahmes des Projekts „Demokratieschule Wien“ im Auftrag des Vereins Wiener Jugendzentren sowie gefördert vom Bundesministerium für Bildung im Rahmen des Programms „culture connected“.

Foto (c) Verein Wiener Jugendzentren