Act for Care!

Aktuelles: Herzliche Einladung zur Forumtheateraufführung „Who Cares?“ am 20.4.22 um 19Uhr im WUK. Weitere Infos hier.

Die Zukunft der Pflege ist in aller Munde. Wir alle sind auf Care-Arbeit angewiesen und viele von uns leisten im Laufe ihres Lebens auch Care-Arbeit für andere. Es zeigt sich aber, dass das kapitalistische, rassistische und patriarchale System massiv beeinflusst, wer unter welchen Bedingungen gepflegt wird. Alle Bereiche von Care-Arbeit – die Kinderbetreuung, die Betreuung und Pflege von alten oder chronisch kranken Menschen, von Menschen mit Behinderungen, Pflege in Krankenhäusern oder Heimen, Pflege, die zuhause passiert – sind von diesen Herrschaftsverhältnissen betroffen: So leisten Frauen* die meiste Care-Arbeit, noch dazu unbezahlt, im sogenannten privaten Bereich; Migrant*innen, die als Betreuer*innen arbeiten, sind schlechten Arbeitsbedingungen und Abhängigkeitsverhältnissen ausgesetzt; die globalen Lohnunterschiede führen zu globalen Betreuungsketten, die nur einer kleinen Gruppe von Frauen* die Emanzipation von der lästigen Hausarbeit ermöglicht – auf Kosten der Ausbeutung einer anderen Gruppe. Im Bereich der bezahlten Care-Arbeit leiden Pflegekräfte unter fehlenden Ressourcen und hohen Belastungen.

Das kann so nicht weitergehen! 

Wir selbst sind nicht professionell im Pflegebereich tätig. Unsere eigene Auseinandersetzung mit Unterdrückung im Care-Bereich begann mit „Who Cares?“ – einem Forumtheaterstück, das sich mit patriarchalen Strukturen in der Familie Probst auseinandersetzt, in der die Tochter Evelyn sich fast ausschließlich um den pflegebedürftigen Vater kümmert. Dabei brachten die Mitglieder der Theatergruppe „Das ReflActiv“ eigene Erfahrungen aus ihren Familien ein. Forumtheater dient dabei als Instrument zur Analyse und Veränderung von ungerechten Situationen und Strukturen.

In den letzten Jahren führte das ReflActiv dieses Stück über zwanzig Mal auf, wodurch wir von vielen verschiedenen Menschen in verschiedenen Städten und Ländern lernen konnten. Diese Menschen teilten ihre Erfahrungen, Perspektiven und Gedanken und erprobten auf der Bühne andere Wirklichkeiten und Handlungsweisen mit uns.

Das gesammelte Wissen aus diesen zahlreichen Aufführungen haben wir in der Broschüre „Who Cares? Spielen, Forschen, Proben zu Unterdrückung in der informellen Pflege“ aufbereitet, die euch hier zum Download zur Verfügung steht: Broschüre Who Cares? *

Die Methoden des Theater der Unterdrückten können genau das – einen Dialograum für Erfahrungswissen schaffen und ermutigen, den Widerstand gegen Unterdrückung zu proben, Alternativen zu erforschen, den mutigen ersten Schritt zu wagen.

Mithilfe der vielfältigen Methoden aus dem Theater der Unterdrückten werden wir im Oktober 2022 eine Theaterwerkstatt rund um das Thema Care-Arbeit gestalten. Du willst mit dabei sein? Dann schreib uns!

Dich interessiert das Thema Care-Arbeit und du möchtest dazu mit theatralen Mitteln arbeiten? Du leistest selbst bezahlt oder unbezahlt Care-Arbeit und möchtest dich mit uns vernetzen, wünschst dir ein Projekt für deinen Arbeitskontext, hast Lust auf ein gemeinsames Streiktraining oder andere Ideen? Dann schreib uns!

Deine Organisation arbeitet auch zu dem Thema? Wir freuen uns über deine Nachricht, auf Kooperationen und auf gemeinsames Netzwerk aufbauen. Weitere Informationen haben wir hier zusammengefasst.

Kontakt: office@tdu-wien.at

*Wir danken der Stadt Wien (MA7 Wissenschaft) für die freundliche Förderung und Ermöglichung der Forschung und Erstellung der Broschüre zu „Who Cares?“