Kollektiv Phehnix – der Name ist Programm, denn wir greifen Ereignisse aus der Vergangenheit auf, entfachen sie zu neuem Leben und setzen sie in Bezug zum Hier und Jetzt. Dabei trägt uns die Suche nach widerständigen Figuren auf unserer künstlerischen Forschungsreise durch die Geschichte. Wir erarbeiten Bühnenstücke, immersive Formate, szenische Lesungen und vieles, was da noch kommen mag. Unser Kollektiv setzt sich interdisziplinär zusammen aus diversen Bereichen der darstellenden Kunst, sowie der sozialen und pädagogischen Arbeit und Expert:innen des Theater der Unterdrückten. Unsere Arbeitsweise ist kollektiv und transformativ.
Theater, die Disziplin, die uns eint, verstehen wir als Möglichkeit Beziehungen zwischen Menschen zu gestalten, immer vor dem Hintergrund größerer gesellschaftlicher Ereignisse und Themen.
Unsere Produktionen:

Im Rahmen des durch Stadt Wien Kultur geföderten Projekts “Geschichte(n) Wiens – zeitgemäße Formen des Erinnerns“ zeigen wir im Oktober 2025 eine Neubearbeitung von widerSTADT rund um den Karl-Seitz-Hof.
Unsere Recherchen zum Stück widerSTADT basieren auf wissenschaftlichen Quellen wie Biografien, Orten und Texten zum Widerstand gegen den Austrofaschismus. Dabei arbeiteten wir mit Zeitzeug:innenberichten, die das DÖW zur Verfügung stellt, sowie in wissenschaftlicher Begleitung von Charlotte Rönchen MA und Dr. Lukas Meissel.

Stationentheater „widerSTADT“ für Schüler:innen der 8.-13. Schulstufe
Im Rahmen von “Geschichte(n) Wiens – zeitgemäße Formen des Erinnerns“. Wir haben unser partizipatives Theaterstück widerSTADT für Schüler:innen neu bearbeitet und stellen die Frage, wie wir mutig Demokratie WIDERSTÄNDIG machen können.
WiderSTADT ist ein immersives Stationentheater, das den Widerstand gegen den Austrofaschismus im Wien der 1930er Jahre behandelt. Dabei machen wir Geschichte greifbar, um daraus Schlüsse zu aktuellen Spannungsfeldern gesellschaftspolitischer Diskurse ziehen zu können und verorten historische Ereignisse in unserer heutigen Umgebung.

Die Welt von Morgen ist Heute – szenische Lesung mit Musik
Die Welt von Morgen ist Heute ist eine szenische Lesung über die Lebensverhältnisse während des Austrofaschismus im Wien der 1930er Jahre und wie es möglich war, Widerstand zu leisten. Was können wir aus der Geschichte lernen? Was macht uns Mut? Was macht uns Angst?
Die bildhafte und bewegte szenische Lesung mit Texten von Widerstandskämpfer:innen, historischen Gedichten und Texten, sowie aktuellen Zeitungsmeldungen und Social Media Zitaten lässt uns die Aktualität dieses Themas spüren. Erinnerungen von Zeitzeug:innen werden lebendig. Wie wird unsere Nachwelt auf unsere Zeit schauen?

WiderSTADT ist ein immersives Stationentheater im öffentlichen Raum. Ausgehend von den polarisierten gesellschaftlichen Verhältnissen im Wien und Österreich der Jahre 1933-1938 erzählen wir basierend auf Biografien und zeitgenössischen Texten über den Widerstand gegen den Austrofaschismus.
Wir erzählen Geschichten darüber, wie Widerstand und Menschlichkeit damals (noch) möglich waren und verweben aktuelle Fragen zu einem demokratischen Miteinander mit den Geschichten und Methoden historischer Protagonist*innen und Widerstandsbewegungen im Wien und Österreich der 30er Jahre .

Der Herrscher des Mondes- eine feministische Farce von Aphra Behn (UA: 1687, London). Erstaufführung in deutscher Sprache. Ein Stück um Freundschaft und Liebe, in dem Humor und Fantasie als Mittel der Emazipation eingesetzt werden und das Patriarchat in seiner Grausamkeit und Lächerlichkeit vorgeführt wird.
Mitglieder des Kollektiv: Vanessa Appenzeller, Tobias Brossmann, Naomi Dutzi, Davide Gnoato, Ronnie Hift, Odilia Hochstetter, Joschka Köck, Lisa Liska, Erica Ras, Linda Raule, Hannes Reitberger, Veronika Vitovec
Biografien Kollektiv Phehnix
Vanessa Appenzeller
arbeitet als Theaterpädagogin, Trainerin und partizipative Theatermacherin in und mit diversen Gruppen. Ihr Hauptaugenmerk liegt darin, Mensch mit ihrer inneren Stimme zu verbinden und dieser künstlerisch Ausdruck zu verleihen. Vanessa wirkte in der Theatergruppe „ReflActiv“ des TdU-Wiens mit und ist derzeit Mitglied des Theaterkollektivs „Phehnix“. Sie selbst entwickelte Performances für die „Inklusive Bühne“ für und mit Menschen mit Behinderung sowie mit Schüler:innen. Vanessa Leidenschaft liegt im Schauspiel, in der Möglichkeit in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen und Figuren zu verkörpern.
Tobias Brossmann
arbeitet als partizipativer Künstler an der Schnittstelle zwischen Gemeinwesenarbeit und Kunst. Im Rahmen einer Anstellung bei wohnpartner Wien gestaltete er mit dem Kulturlabor Gemeindebau niederschwellige Kunstprojekte wie das “Gemeindebautheater” und den “Wiener Teppich” mit. Als partizipativer Theatermacher ist er seit 2021 Teil des Theater der Unterdrückten Wien, bei dem er als Workshopleitung und in der Projektkonzeption tätig ist. Tobias Brossmann studiert im Master Social Design an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Seit 2023 ist er Teil des Theaterkollektivs Phehnix. Gemeinsam mit Naomi Dutzi setzte er 2026 die immersive Performance “Senso Laboratories” um und entwickelte im Rahmen der Residency “im Hof” von Raw matters das partizipative Projekt “Lieblingsort”.
Naomi Dutzi
ist Bühnenbildnerin und Theatermacherin mit Architektur Hintergrund und langjähriger Erfahrung in der jugendpolitischen Arbeit. Als Arbeitsstipendiatin Darstellende Kunst der Stadt Wien 2026 forscht sie an abstrakten ästhetischen Formen, die speziell immersive Wirkung entfalten, sowie an immersiven, eigenständig narrativen Bühneninstallationen, die auch ohne Schauspiel erzählen. Ihre Ausbildung mit dem Schwerpunkt Bühnenbild und Theaterarchitektur absolvierte sie an der TU Wien mit Modulen an der Angewandten, sowie einem Auslandsjahr an der ENSA Paris La Villette. Zahlreiche Ausstattungsassistenzen an großen Häusern. Ihre eigenen Arbeiten waren unter anderem am Dschungel Wien und im Theater Drachengasse zu sehen. Mit dem Kollektiv Phehnix und dem Verein kultonic entwickelt sie vor allem immersives und partizipatives Theater mit Konsequenzen und Transformationsanspruch.
Ronnie Hift
Ronnie Hift wurde 1983 in Wien geboren und lebt seitdem durchgehend in der Stadt. Seit seinen Jugendtagen schlägt sein Herz für Musik, Performance und Schauspiel. Diese Leidenschaft konnte er sowohl in seiner beruflichen Tätigkeit als Croupier, als auch in zahlreichen Musical und Theaterproduktionen, unter anderem dem Stück „widerSTADT“ des Kollektivs Phehnix des TdU, ausleben. Im Zuge seines Kunstgeschichtestudiums beschäftigt er sich vornehmlich mit verschiedensten performativen Formen und partizipativen Ansätzen.
Odilia Hochstetter
ist seit 2013 als Regisseurin, Regieassistentin, Schauspielerin und Clownin im Feld Theater aktiv, unter anderem im Theaterhaus Jena, Kellertheater Frankfurt, Staatstheater Mainz, Theater Arche Wien, Theater Olé und seit 2023 im Theater der Unterdrückten Wien. Mit dem Kollektiv Phehnix inszenierte Sie als Regisseurin „Der Herrscher des Mondes“ von Aphra Behn. Als Clownin bespielt Sie seit 2023 international den öffentlichen Raum mit klandestin und international vernetzten Rebel Clowns. Bei der Kunstgebung 2026 in Stammersdorf war Sie Teil der immersiven Clown Show „EU Border Control”.
Joschka Köck
ist partizipativer Theatermacher und Sozialwissenschaftler. Er hat über zehn Jahre Erfahrung in Produktionsleitung und Öffentlichkeitsarbeit, sowie Projektmanagement größerer Kulturprojekte und ist Teil der Geschäftsführung des Theater der Unterdrückten Wien. Im Kollektiv Phehnix ist er u.a. als Dramaturg und Schauspieler aktiv. Er ist Doktorand in Politikwissenschaft mit Forschung zu Theater der Unterdrückten in der ökologischen Krise und hat Lehraufträge zu politischem Theater an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen.
Linda Raule
Linda Raule ist partizipative Theatermacherin, Schauspielerin und Theater- und Tanzpädagogin (u.a. Ausbildung bei Schauspielfabrik(Berlin), Zentrum für Ausdruckstanz und Tanztherapie (Graz), MA iInternationaler Entwicklung (Wien), vielfältige Fortbildungen im Bereichdarstellende Kunst). Neben ihrer Erfahrung als künstlerische Leitung und Schauspielerin in diversen Theaterproduktionen (Der Herrscher des Mondes; widerSTADT; Behind the Shadows: Light; Act for Care uvm.) bringt sie mehrjährige Expertise in der Produktionsleitung, sowie im Projektmanagement größerer Kulturprojekte mit und ist Teil der Geschäftsführung des Theater der Unterdrückten Wien. In ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt sie sich vor allem mit der Frage wie durch verschiedene Theaterformen (insbesondere immersives Theater, Schattentheater, Forumtheater) das Publikum partizipativ in die performative Erfahrung eingebunden werden kann.
Hannes Reitberger
ist seit 2017 im Rahmen diverser Theaterprojekte und Workshopformate beim TdU Wien engagiert. Als Kind und in seiner Jugend stand Hannes im Rahmen vieler Produktionen des Stadttheaters Kufstein auf der Bühne. 2020 schloss er einen Master Socio-Ecological Economics and Policy (SEEP) an der WU Wien ab und fokussiert sich in seiner Arbeit auf seine Interessen Inklusion, sozial-ökologische Transformation, Klima- und Geschlechtergerechtigkeit. Hannes ist seit seiner Gründung Teil des Kollektiv Phehnix.
Veronika Vitovec
ist Theaterschaffende und widmet sich interaktiven und interdisziplinären Kunst- und Performance-Projekten. Seit 2016 arbeitet sie mit dem Verein Theater der Unterdrückten Wien (TdU Wien) und ist seit 2024 Teil des Kollektiv Phehnix. Veronika studierte Physical Theatre an der École Internationale de Théâtre Jacques Lecoq in Paris und Psychologie in Wien. Sie realisierte performative Projekte und Stücke u.a. mit dem Verein Töchter der Kunst (AT), der Compagnie des Atsaras (F) und dem Kollektiv Imaginario (AT). Als Trainerin war sie an der Schule des Theaters Wien, im Volkstheater Wien und Landestheater St. Pölten tätig. Im TdU Wien ist sie zudem in der Geschäftsführung, Projektleitung und Produktion tätig. Veronikas künstlerischen Arbeiten waren u.a. im Volx Margareten, Theater Olé, Dschungel Wien und bei Junge Theater Wien zu sehen.

